Ein paar Geschichten aus dem Alltag


 

Die traurige Seite der Hundebetreuung
(geschrieben im September 2017)

 

Nach über 25 Jahren im "normalen" Berufsleben mit Büroalltag empfinde ich meine Tage mit den Hunden oft gar nicht als Arbeit. Manchmal allerdings kämpfe ich mit den emotionalen Seiten dieses Berufes. Heute beschäftigt mich ein Gast, der schon ein paarmal hier war und der etwas aus der Rolle fällt, weil er gar kein Kleinhund ist. Als er zum ersten Mal angemeldet wurde, handelte es sich um einen Notfall. Der 15 Jahre alte Hundesenior hatte einen Verkehrsunfall, war gerade frisch operiert und benötigte dringend professionelle Betreuung. Die besondere Aufgabe bestand für mich darin, den Hund mit einer bestimmten Haltetechnik mehrmals täglich kurz auszuführen und in der restlichen Zeit dafür Sorge zu tragen, dass der frisch operierte Fuß nicht belastet wird.

 

Heute ist der Senior wieder hier bei uns in Betreuung.

 

Inzwischen läuft er schon wieder ganz flüssig und wir dürfen bis zu 30 Minuten am Stück ruhig spazieren gehen. Er ist aktuell der einzige Gast und ich kann mich ihm voll und ganz widmen. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich ihn nachdenklich betrachte. Übernächste Woche soll aus seinem Fuß eine Metallplatte entfernt werden. Wie wird er die Narkose verkraften? Der Kerl ist ein Energiebündel, aber 15 Hundejahre lassen sich halt nicht wegdiskutieren. Mich macht das traurig, aber es ist eine Facette, die zur Hundebetreuung dazu gehört und mit der man lernen muss, zurechtzukommen. Irgendwann in der Zukunft wird es zum ersten Mal einen ehemaligen Gasthund geben, der nie wieder zu uns kommen wird, weil es ihn nicht mehr gibt, sei es nun dieser Hundesenior oder ein anderer Gasthund.

 

Alles Gute, lieber Opi, für Deine anstehende OP!

 

Und sorry, dass ich Dich heute unterwegs mal mit "Alter Esel" tituliert habe, als Du mich ruckartig zum nächsten Baum gezogen hast...  😁😁😁


 

Mehr Lob, weniger Leckerlis!
(geschrieben im März 2017)

 

Herrchen hantiert in der Küche, Hund guckt interessiert zu. Herrchen sieht Hund und sagt: "Ooooh, hast Du Hunger?"
"Neiiinnnn, rufe ich aus dem Esszimmer, "hat er nicht, hat gerade in Windeseile einen vollen Napf Futter verdrückt. Nicht jeder Hund, der treudoof schaut, hat Hunger!"

 

Andere Situation:

Wir spazieren am Straßencafe vorbei. Eine Dame spricht den Hund an und tätschelt ihn. "Süüüß, ich hab leider nichts für Dich!"
Wieso um alles in der Welt verbindet Mensch den Anblick eines Hundes gleich damit, ihn füttern zu müssen?

 

Schon gewusst? Vielen Hunden ist ein Lob lieber als ein Leckerli. Dazu gibt es eine interessante Studie:

https://academic.oup.com/scan/article/11/12/1853/2544448/Awake-canine-fMRI-predicts-dogs-preference-for
Kurzgefasst auf deutsch: https://www.deutschlandfunknova.de/nachrichten/hunde-lob-statt-leckerli

 

Also: Lob statt Leckerli!!
(dann gibt's auch weniger dicke Hunde...)
:-)


 

"Der kann nicht Autofahren"
(geschrieben im Sommer 2016)

Beim Spazierengehen lernte ich auf dem Parkplatz ein Ehepaar kennen, das mir in unserer längeren Unterhaltung erzählte, dass ihr Malteser so Schwierigkeiten habe mit dem Autofahren. Der Kleine, 2 Jahre alt, würde sich oft schon nach sehr kurzer Fahrt übergeben. Die Autofahrten waren wohl recht oft etwas länger und sie hätten schon alles versucht - Ablenkung mit Leckerlis während der Fahrt, Entertainment für den Hund auf dem Schoß der Beifahrerin und so weiter. Ich wollte nicht oberlehrerhaft wirken und erzählte, dass ich gute Erfahrungen gemacht hätte mit dem Transport in einer sehr gut im Auto befestigten Hundebox sowie möglichst täglich einer sehr kurzen Fahrt, die immer positiv endet, also zum Beispiel ein Spaziergang oder der Besuch bei Leuten, die der Hund gerne mag.
Nach unserer Unterhaltung gingen wir alle zu unseren Autos und luden unsere Hunde ein. Ich brauchte dazu etwas länger und konnte dann zufällig beobachten, wie sich der Mann ans Steuer setzte, seine Tür laut zu schlug und mit einem heftigen Ruck das Auto rückwärts aus der Parklücke setzte. Als er vorwärts los fuhr, spritzte unter den Reifen der Kies hervor, der Motor heulte auf und das kleine Auto hoppelte ruppig vom Parkplatz.
Der arme Hund :-( 

Der Hundewurm
(geschrieben im September 2015)

Heute erzählt Biene:
"Ich sags Euch, mein hysterisches Frauchen, neee neee neee….
Erst rennt sie uns tagelang draußen ständig hinterher, total nervig, und dabei hält sie noch nicht mal ordentlich Individualabstand, sondern begutachtet ganz genau unsere Geschäftchen und nimmt tatsächlich auch noch was davon mit. Dann schleppt sie uns zur Frau Doc, die uns aber gar nicht sehen wollte, sondern sich nur für unser mitgebrachtes Kaka interessiert hat. Nach einem Telefonat am nächsten Tag war dann der ganze Spuk wieder vorbei und wir hatten unsere Ruhe.
Bis gestern!!
Passt auf, die Geschichte ist so dermaßen dämlich, ich muss Euch das hier stecken, aber pssssst, gell?
Also! Frauchen war alleine zuhause und ist abends vor der Glotze auf der Couch eingeschlafen. Nelly und ich haben uns schon gewundert, denn normalerweise geht’s zu der letzten Runde nach draußen so gegen 23.00 Uhr. Frauchen aber hat durchgeratzt bis 2.00 Uhr morgens. Na ja, wir bzw. unsere Blasen sind ja flexibel, haben wir also mitgemacht auf dem Teppich vor der Couch, während die Glotze dröhnte. Dann ist Frauchen irgendwann ächzend im Zeitlupentempo in die Senkrechte und hat dabei Schimpfwörter vor sich hingebrabbelt und unsere verlängerte Fernsehschnorchelzeit kommentiert. Dann ist sie in ihre Hausschlappen geschlüpft und hat sich zu Nelly, die ja nicht mehr selbst laufen kann, runter gebeugt, um sie hochzunehmen. Plötzlich ein Schrei: „Waaaaaaaaaaaaaa“. Mich hats vielleicht gerissen! Frauchen kniet auf dem Teppich vor Nelly und hat tellergroße Augen! Dabei waren die grad noch ganz winzig gewesen, echt, keine Ahnung was da plötzlich los war. Dann hat Frauchen nur noch wie hypnotisiert auf den Teppich geguckt und ich hab nur gehört „Woah nee, ist der groß, so ein Mist, wir waren doch erst letzte Woche bei der Kotprobe, das gibt’s doch jetzt nicht. Neeeeee….“ So in etwa klang das. Ich hab gar nichts kapiert und meine Ohren elefantenmäßig nach vorne geklappt und Frauchen interessiert beobachtet. Frauchen ist dann aufgesprungen, wobei sie beinahe das Gleichgewicht verloren hätte und ist ins Bad getorkelt, von wo sie mit einer kleinen Dose mit Schraubdeckel wieder kam und dann hektisch auf dem Teppich rumgesucht hat. Wieder hat es nur ohne Punkt und Komma aus ihr herausgebrummelt. Frauchen sah dabei ein bisschen aus wie ein aufgescheuchter, blasser Drogenzombie, wenn Ihr versteht. Sie hat den ganzen Teppich abgesucht und Ihr müsst wissen, das ist so ein Spezialmodell. Herrchen hatte es sich von einer Designerin als Unikat „Steppengras“ aufschwatzen lassen. Das heißt, die einzelnen Fäden des Teppichs haben verschiedene Grüntöne und sind so dick wie Steppengras. Mindestens! Glaube ich. Sie hat die einzelnen Fäden rumgebogen und ist Reihe für Reihe durchgegangen bis sie schließlich laut gerufen hat: „Daa! Blöder Wurm!!!!“ Dann hat sie dieses Ding in die Schraubdose verpackt und wir haben endlich unsere letzte Pieselrunde gemacht. Wurde aber auch Zeit!!
Am nächsten Morgen hat Frauchen diese Dose fotografiert und dann auch noch ein Geldstück daneben gelegt. Sehr komisch, das alles.
Wir sind dann ins Büro und Frauchen hat auf der Tastatur geklappert. Der Tag wurde ab da für uns normal.
Was Frauchen uns aber vorenthalten hat, ist diese E-Mail von unserer Tierärztin:

„Liebe Frau Richter,

da kann ich Sie beruhigen - das ist definitiv kein Hundewurm, sondern eher etwas, was im Fell von draußen eingeschleppt wurde.
...

Mit freundlichen Grüßen

Dr. S. H.
"

Eure Biene, garantiert wurmfrei!"

 

www.????.de - welchen Namen für unsere Hundebetreuung?
(geschrieben im Juli 2015)

 

"Bloß nichts mit dem Wort Pfoten!!!" - so schallte es aus der Küche, als wir mögliche Namen für diese Homepage diskutierten. Im Gespräch waren Ismaninger Pfoten und Isarpfoten, die dann auch erst einmal als Domains registriert wurden. So ganz glücklich waren wir damit aber noch nicht. Fest stand auch, dass es kein englischer Name sein sollte, denn es gibt schon Unmengen von lucky und happy dogs im Internet. Am liebsten wäre uns etwas mit dem Wort "Hund" darin gewesen und insgesamt sollte es möglichst kein zu langer Begriff sein.

Es dauerte nicht lange, bis klar wurde: Fast alles, was irgendwie nett klingt, ist längst vergeben. Hundepensionen und Hundeschulen gibt es in Deutschland jede Menge und alle möchten natürlich gerne im Netz gefunden werden.

 

Nach einem Umweg über www.hunde-kunde.de ("kunde" bezogen auf die vorhandene Sachkunde, was mir persönlich aber immer zu "oberlehrerhaft" wirkte) wurde schließlich www.hunde-familie.de unsere Domain. Dieser Name soll zum Ausdruck bringen, dass bei uns für jeden Hund eine sehr behütete, familiäre Atmosphäre herrscht.


 

Der Hundemensch - wie Hunde ihn sich wünschen würden:   Er

  • respektiert seinen Hund;
  • akzeptiert, dass es sich um einen Hund handelt und nicht um ein dressiertes, angepasstes Lebewesen;
  • arbeitet ein Hundeleben lang an einer vertrauensvollen Beziehung zu seinem Hund;
  • weiß, dass viele "problematische" Hunde erst durch Menschen so geworden sind;
  • hinterfragt und beobachtet die Signale seines Hundes immer und immer wieder;
  • weiß, dass man mit der "Fortbildung" in Sachen Hund NIE fertig ist - sie dauert ein Menschenleben lang;
  • hat Geduld!

Liebevolle Hundebetreuung mit ganz viel Herz - nur für kleine Hunde bis ca. 12 kg

Tagesbetreuung, Hundehotel/Hundepension bzw. Urlaubsbetreuung in München

 

Geprüft und genehmigt nach § 11 (1) Nr. 3 und 8a TSchG
vom Veterinäramt München in Kooperation mit dem Landratsamt München

Inh. Martina Richter
Adresse: Morassistraße 6, 80469 München (S-Bahn-Haltestelle Isartor, Besuchszeiten nach Vereinbarung)
Aktuell zusätzlich im Bau: Unser Ferienhaus mit großem umzäunten Garten ca. 45 Min. nördlich von München


Telefon
:  0176 - 9765 2414 (wir widmen uns natürlich viel den Hunden und sind nicht immer sofort erreichbar)

E-Mail: info ( at ) hunde-familie.de

www.hunde-familie.de